Dafür stehen wir

Einrichtungsbeschreibung in Kurzform​

Der Hof mit später fünf unterschiedlich großen Wohneinheiten soll ein Ort sein, an dem alleinerziehende Mütter oder Väter, die aus verschiedenen Gründen überlastet sind und dadurch ihren Kindern erzieherisch nicht gerecht werden können, einen zeitlich begrenzten Lebensraum sowie Begleitung und Unterstützung bekommen.

Der Hof soll betroffenen Elternteilen den Freiraum schaffen, ihren Kindern oder anderen Bewohnern des Hofes das zu geben, wozu sie in der Lage sind und sie sollen Unterstützung in den Bereichen bekommen, wo sie Hilfe gebrauchen.

Der Hof bietet Möglichkeiten für betroffene Erwachsene und Kinder in den Bereichen Hauswirtschaft, Landwirtschaft, Handwerk und Tiere das Leben in Gemeinschaft sowie entsprechend sinnvolle Strukturen dazu zu erlernen.

Wir, Elisabeth und Werner Frers sowie Stefanie und Tobias Knieper mit Kindern bilden eine Lebensgemeinschaft.

Zusammen wollen wir betroffenen Menschen in den oben genannten Bereichen dienen und sie begleiten.

Außerdem bieten wir betroffenen Menschen an, unseren christlichen Glauben lebensnah und praktisch kennenzulernen.

Ziel ist es, das Menschen in unserem Lebensraum zu selbstbewussten Persönlichkeiten heranreifen sowie innerlich gestärkt werden, um erneut ihren Platz in unserer Gesellschaft zu finden und einnehmen zu können.

Situationsbeschreibung:
                 
Die Ausgangslage des Projektes:

Wir, Werner und Elisabeth Frers sind seit knapp 20 Jahren in der Kinder- und Jugendhilfe tätig. In diesem Zeitraum betreuten wir 11 Kinder bzw. Jugendliche verschieden lang auf unserem ehemaligen Bauernhof. Wir stellten immer wieder fest, dass die Herausforderungen nicht nur beim Kind lagen. Sie waren in manchen Fällen auch in der Tatsache begründet, dass in der Regel die Mütter mit den Kindern überfordert waren, weil die Väter aus verschiedenen Gründen keine Unterstützung geben konnten. So war eine vorübergehende Unterbringung der Kinder bei uns oft die einzige Möglichkeit für eine zielführende Lösung. Das Potential der Kindeseltern konnte dabei längst nicht immer ausgeschöpft werden.

Nach der Rückführung der von uns betreuten Kinder war oft die Kindesmutter erneut überfordert und manche Kinder mussten erneut stationär untergebracht werden. Diese Tatsache gab besonders den Müttern das Gefühl, versagt zu haben.

Oftmals nahmen tragischerweise die betroffenen Kinder ihre überforderten Eltern nicht genügend ernst, da sie diese Situationen auch als Versagen ihrer Eltern deuteten.

Der Gesamtentwicklung für die Ursprungsfamilie der betreuten Kinder war dies nicht dienlich.

Wir stellen auch fest, dass Jugendämter verstärkt auf der Suche nach geeigneten Pflegeeltern sind, diesen Bedarf aber anscheinend nur unzureichend decken können.

 

Warum ist das Vorhaben wichtig?

Eltern, die als Kinder oftmals selbst nicht gelernt haben, wie Beziehungen und Familie gelingen und positiv gestaltet werden können, gebrauchen Lernfelder um dies nachzuholen. Dies ist unserer Ansicht nach am besten möglich, wenn auch tatsächlich aktiv miteinander gelebt werden kann.

Wenn Kinder erleben, dass ihre Eltern mit Empathie begleitet werden und die praktische Hilfe bekommen, die sie benötigen, können Kinder und Eltern wiederum zu eigenständigen Persönlichkeiten heranreifen.

Daraus wiederum erwachsen starke Familien, die wir als einen wichtigen Stützpfeiler unserer Gesellschaft sehen.

Und so bekommen Menschen durch unser Vorhaben die Chance, zu erleben und zu erlernen wie sie sich konstruktiv an positiver Gestaltung unserer Gesellschaft beteiligen können.

 

 

Was im Einzelnen soll durchgeführt bzw. unternommen werden?
  1. Alleinerziehende und aus verschiedenen Gründen überforderte Mütter oder Väter mit Kindern bekommen die Möglichkeit für einen begrenzten Zeitraum eine Wohnung auf unserem Hof zu beziehen.                                                                                                                          

  2. Elternteile und Kinder bekommen die Unterstützung die sie gebrauchen, um gemeinsam und gestärkt aus Krisensituationen wieder selbständig leben zu können. Dabei werden sie nur in den Bereichen unterstützt, in denen sie selbst wachsen möchten.                                       

  3. Elternteile, die auf dem Hof Unterstützung suchen, sollten bereit sein, sich gemäß ihren Potentialen und Interessen in praktische Arbeitsprozesse einbinden zu lassen. Dies wären im Einzelnen:

  • Mitarbeit bei der Erhaltung und Pflege der Gebäude und des Geländes,

  • Mitarbeit in der Tierpflege,

  • Mitarbeit im Obst- und Gemüseanbau,

  • Vorbereitung gemeinsamer Mahlzeiten,

Die Betroffenen Personen erlernen dadurch Struktur aber erfahren auch Wertschätzung, Anerkennung und Stärkung ihrer Persönlichkeit.

    4. Unterstützungsbereiche wären unter anderem:

  • Beratung in praktischen Erziehungsfragen

  • vorbildhafte Anregung in praktischer Lebensgestaltung.

  • Erlernen von Alltagsstrukturen

  • Hausaufgabenunterstützung der Kinder

  • Bildung von guten Freundschaften für Kinder und Erwachsene

  • Gemeinsame Freizeitgestaltung für Kinder und Erwachsene

  • Vorbildhaftes Erlernen ethischer und christlicher Werte

  • Soziales Lernen durch Outdoor / Indoor Spielmöglichkeiten

  • Soziales Lernen durch den Umgang mit Tieren

  • Soziales Lernen durch gegenseitige schulische Unterstützung von Kindern und Erwachsenen

  • Lebenspraktischer „Unterricht“ durch Beteiligung an hauswirtschaftlichen, landwirtschaftlichen und handwerklichen Arbeiten